Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie

Leitlinien Pädiatrische Radiologie

 

Leitlinie: Harnwegsinfekt bei Kindern - Bildgebende Diagnostik

Vorbemerkung: Der Harnwegsinfekt muß durch Gewinnung von Mittelstrahl- oder Blasenpunktionsurin gesichert sein.

Ziel: Erhaltung der Nierenfunktion durch Verhinderung von Parenchymschäden mit nachfolgender Insuffizienz und/oder arterieller Hypertonie

  1. Alle Patienten unabhängig von der Klinik erhalten ein Sonogramm der Nieren und Blase mit Restharnbestimmung. Beurteilt werden: Nierengröße (-volumen), Parenchymechogenität und -differenzierbarkeit, Nierenbeckenweite, Nierenbeckenwanddicke, Ureteren proximal und praevesikal, Blasenvolumen und -inhalt, Blasenwanddicke.
  2. Alle Patienten unabhängig von der Klinik erhalten im infektfreien Intervall (nach erfolgreicher Behandlung) eine Refluxprüfung. Bei der ersten Refluxprüfung bei Knaben: radiologisches Miktionszysturethrogramm; bei Mädchen entweder ein radiologisches Miktionszysturethrogramm oder alternativ eine nuklearmedizinische bzw. sonographische Refluxprüfung.

Weitere bildgebende Diagnostik bei folgenden Befunden:

Besonderer Befund Weitere Bildgebung Kommentar
Größen- /Echogenitätsdifferenz der Nieren DMSA-, MAG3 Szintigramm nach Therapie des Infekts
Weites Nierenbecken (kein Reflux)   Siehe Leitlinie: Harntransportstörung
Reflux DMSA Szintigramm ev. präop. MAG3-Szintigramm
(ev. präop. i.v. Pyelogramm)
Doppelniere (mit Obstruktion oder Reflux) MAG3 Szintigramm ev. präop. i.v. Pyelogramm oder MR-Urogramm (MRU)
Nierenabszeß MRT mit KM ersatzweise CT mit KM


Verfahren zur Konsensbildung:
Leitlinienkommission der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie
Dr. E. Horwitz,
Prof. Dr. M. Reither,
Prof. Dr. E. Rupprecht,
Prof. Dr. K. Schneider,
Prof. Dr. R. Schumacher (Koordinator, E-Mail: schumach@mail.uni-mainz.de),
Dr. C. Schröder,
Prof. Dr. B. Stöver.

Die Leitlinienentwürfe wurden auf mehreren Sitzungen der Leitlinienkommission diskutiert, revidiert und verabschiedet.

Revision geplant: 2007