Das Symptom Kopfschmerz hat bei Kindern eine große Differentialdiagnose.
Bei der Diagnose "Kopfschmerz bei Kindern" kommen bildgebende Methoden im Allgemeinen erst nach der klinischen Abklärung der Situation zum Einsatz. Grundsätzlich sollte insbesondere bei kleinen Kindern, welche das Symptom "Kopfschmerz" angeben, nicht lange gezögert werden, das aussagefähigste Schnittbildverfahren, die Kernspintomographie, als erstes und einziges Mittel der Wahl einzusetzen. Es ist ungewöhnlich und muß daher ernst genommen werden, wenn ein 3-4jähriges Kind das Symptom "Kopfschmerz" angibt ->Hirntumor?
Für das konventionelle Röntgenbild des Schädels stellt das Symptom "Kopfschmerz" keine Indikation dar! Das Schädelröntgen bleibt der Notfallsituation des schweren Schädeltraumas vorbehalten, falls hier nicht ohnehin eine CT, eventuell auch MRT erfolgt.
Nur die MRT ermöglicht die Darstellung aller relevanten intra- und extracraniellen Strukturen einschließlich der Gefäße
Die Computertomographie bleibt das Verfahren der Diagnostik beim akuten Trauma (z.B. mit der Frage nach Fraktur und akuter Einblutung) vorbehalten.
Die Sonographie/Duplexsonographie bleibt bei Kopfschmerzsymptomatik von Kindern Spezialindikationen vorbehalten (z.B. Sonographie des N. opticus bei Hirndruckverdacht, Duplexsonographie von intracraniellen Gefäßen).
| Fragestellung | Bildgebende Diagnostik | Kommentar | |||
| Rö | US | CT | MRT | ||
| Fraktur, Blutung, Kontusion | (+) | - | + | + | |
| Hydrocephalus/Hirndruck | (+) | (+) | (+) | + | Röntgen des Shuntverlaufs; US des N. opticus, Duplex-Sonographie, transcraniell |
| Encephalitis/Meningitis | - | - | - | + | |
| Tumor | - | - | - | + | |
| unklar, Symptom Kopfschmerz | - | - | - | + | |
| Sinusitis | (+) | - | (+) low dose | + | Bildgebung ist nur bei besonderer Fragestellung weiterführend |
Legende:
| + | = gut geeignet, diagnoseweisend |
| (+) | = eingeschränkt geeignet |
| - | = begrenzt geeignet |
Verfahren zur Konsensbildung:
Leitlinienkommission der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie
Dr. E. Horwitz,
Prof. Dr. M. Reither,
Prof. Dr. E. Rupprecht,
Prof. Dr. K. Schneider,
Prof. Dr. R. Schumacher
(Koordinator, E-Mail: schumach@mail.uni-mainz.de),
Dr. C. Schröder,
Prof. Dr. B. Stöver.
Die Leitlinienentwürfe wurden auf mehreren Sitzungen der Leitlinienkommission diskutiert, revidiert und verabschiedet.
Revision geplant: 2007