Vorbemerkung:
Die Bildgebung dient der Diagnossesicherung und eröffnet damit auch die Möglichkeit des Patientenschutzes.
Definition und Ziel der Bildgebung:
Bei scheinbar leerer Anamnese oder inadäquatem Trauma liegen klinisch Verletzungen
an Kopf, Thorax, Abdomen oder Extremitäten vor, die ein Korrelat in der Bildgebung
haben.
Besteht anhand eines Lokalbefundes in der Bildgebung ein hinreichender Verdacht auf
ein Battered-child-Syndrom, ist eine Erweiterung der bildgebenden Diagnostik zum Schutz
des Kindes erforderlich. Diese muß weitere, insbesondere im Bereich des ZNS gelegene
Verletzungsfolgen erfassen, um therapeutische Maßnahmen rechtzeitig einleiten zu können.
Darüber hinaus sind typische, auf eine Mißhandlung hinweisende Verletzungsmuster
insbesondere im Bereich des Skeletts präzise darzustellen, die zur Beweisführung
herangezogen werden (forensische Indikation), um einen zukünftigen Patientenschutz zu
ermöglichen.
| Alter | Klinik | Empfohlene Bildgebung | Kommentar |
| 0 - 2 Jahre | Lokale Schwellungz. B. Fraktur,leere Anamnese, inadäquates Trauma | Betroffener Skelettanteil Skelettstatus* US: Schädel, Orbita MRT kranial Abdomen |
Über 1 Jahr evtl. Szintigraphie |
| 2 - 5 Jahre | Schädelhirntrauma ohne neurologischeSymptome | Skelettstatus* CT Hirn/MRT Hirn US Abdomen |
Zusätzlich: Augenhintergrund |
| Schädelhirntraumamit neurologischen Symptomen | Skelettstatus* CT Hirn/MRT Hirn US Abdomen |
Zusätzlich: Augenhintergrund | |
| Viszerales Trauma | US Abdomen (CT + KM Abdomen) Skelettstatus* MRT Hirn |
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| über 5 Jahre | + neurolog. Symptome | CT Hirn/MRT Hirn US Abdomen Skelett: nur klinisch auffällige Anteile |
*Skelettstatus:
| Schädel a. p. u. seitl.
Thorax a. p. (knöchern) BWS/LWS seitl. |
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| Beide Arme a. p.
Beide Beine a. p. Beckenübersicht a.p. Hände und Füße p.a. |
zusätzlich seitl. bei verdächtigem Befund |
Verfahren zur Konsensbildung:
Leitlinienkommission der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie
Dr. E. Horwitz,
Prof. Dr. M. Reither,
Prof. Dr. E. Rupprecht,
Prof. Dr. K. Schneider,
Prof. Dr. R. Schumacher
(Koordinator, E-Mail: schumach@mail.uni-mainz.de),
Dr. C. Schröder,
Prof. Dr. B. Stöver.
Die Leitlinienentwürfe wurden auf mehreren Sitzungen der Leitlinienkommission diskutiert, revidiert und verabschiedet.
Revision geplant: 2007