Die GPR verleiht die Ehrenmitgliedschaft an Frau Dr. med. Maria Sinzig

LAUDATIO  anlässlich der VERLEIHUNG der EHRENMITGLIEDSCHAFT der GESELLSCHAFT für PÄDIATRISCHE  RADIOLOGIE ( GPR ) an FRAU Dr. MARIA SINZIG , LINZ , 19. Oktober 2018 .

Sehr geehrte Damen u. Herren , sehr geehrte Kolleginnen u. Kollegen .

Sehr geehrte Festgäste , liebe Maria !

Zuallererst möchte ich mich beim Vorstand der GPR  für die ehrenvolle Einladung bedanken die Laudatio anlässlich der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der „Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie“  an Frau Dr. Maria Sinzig , ehemals verantwortliche  Oberärztin für Kinder-Radiologie am Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie am LKH Klagenfurt , halten zu dürfen .

Aus meiner  persönlichen Sicht als Laudator möchte ich diese Laudatio beginnen , indem ich  ihnen einige mir besonders wichtig erscheinende  Kriterien präsentiere, deren Erfüllung  eine geeignete  Entscheidungshilfe  für die Verleihung  dieser  Ehrenmitgliedschaft  gewesen sein könnte  :

  1. Bestmögliche Qualität in der persönlichen ärztlichen Leistungserbringung  durch  höchste Ansprüche an sich selbst bezüglich individueller Ausbildung und Weiterbildung .
  2. Beiträge zur kontinuierlichen  Verbesserung der organisatorischen , strukturellen und systemischen Rahmenbedingungen  der Kinder-Radiologie in Deutschland und Österreich und darüber hinaus .
  3. Die Mitarbeit in nationalen und internationalen wissenschaftlichen  und berufspolitischen kinderradiologischen Organisationen .
  4.  Engagement in  der kinderradiologischen  Ausbildung , der fachärztlichen Weiterbildung und der Evidenz- basierten Wissensvermehrung  .
  5. Die Teilhabe an einem  gemeinsamen Traum : Allen Kindern und Jugendlichen in Österreich und darüber hinaus eine optimale  bildgebende Diagnostik und bildgebungsgeleitete Therapie  auf Basis zeitgemäßer  organisatorischer und struktureller Rahmenbedingungen und  ausreichender finanzieller Mittel  anbieten zu können .

Meine Damen und Herren , sie werden  bei  der Darstellung der  beruflichen Laufbahn ,  der erbrachten beruflichen Leistungen und der Beiträge für die Entwicklung der Kinder-Radiologie   bereits erkennen , daß ,  egal welche Kriterien man anlegt ,  Frau Dr.  Sinzig  diese  mehr als erfüllt und  damit diese Auszeichnung wahrlich verdient .

Nach Studium und  Promotion 1986 in Graz , hat sie nach der Absolvierung des Turnus von 1987 bis 1990 und dem Beginn der radiologischen  Facharzt-Ausbildung 1990 in Lienz bereits erkennen lassen , daß sie an sich und ihre Ausbildung die höchsten Ansprüche und Qualitätskriterien gestellt hat :  Bereits 1991-1992 war sie als Assistenzärztin an der Radio-Onkologie am  Universitätsspital  Zürich , nach Weiterführung  der radiologischen Facharzt -  Ausbildung am LKH Klagenfurt von 1992 - 1994 war sie 1994 – 1995 zur kinder-radiologischen Ausbildung an der Kinder-Radiologie am Kinderspital in Zürich bei Professor  Ulrich Willi , danach 1995-1996 an der Klinischen Abteilung für Kinder-Radiologie der Univ.-Klinik für Radiologie  Graz . Sie hat sich nie gescheut diese in vielerlei Hinsicht schwierigen Herausforderungen anzunehmen .

 Aus  unserer  ersten Begegnung und  Zusammenarbeit in Graz über ein Jahr gewann ich einen   ersten Eindruck von ihren besonderen Eigenschaften , der sich über viele Jahre noch bestätigen und erweitern sollte :  Besonnenheit , Zurückhaltung , Verantwortungsbewußtsein , fundierte fachliche Kompetenz , berufliche Neugier , Fleiss  , Kollegialität und  Worttreue . Ihre damaligen Kolleginnen und Kollegen an der Grazer Klinik haben sie hoch geschätzt und waren daher sehr daran interessiert  Maria unbedingt in Graz zu halten  . Ich habe Ihr ein derartiges  Angebot auch unterbreitet , obwohl  ich wußte sie würde zu ihrem Wort stehen  in Klagenfurt  eine Kinder-Radiologie aufzubauen und das hat sie später auch bravourös umgesetzt .

Sie war immer offen für Veränderungen und bereit für das Setzen eines Neubeginns und so wurde sie  rasch ein wichtiges Mitglied der kleinen österreichischen Familie von Kinder-Radiologinnen und  Kinder-Radiologen .Sie hat sich proaktiv mit dem Bazillus Kinder-Radiologie infizieren lassen und von der hehren Idee der Etablierung einer starken , selbstbewußten und vorallem selbstbestimmten Kinder-Radiologie in Österreich begeistern und mitreissen lassen . Sie hat diese Ideen verinnerlicht und ihnen in ihrer Zeit als Leiterin der Arbeitsgruppe Kinder-Radiologie der Österreichischen Röntgen Gesellschaft  von 2007 bis 2014 ihre eigene Prägung  gegeben , fachlich kompetent ,  ruhig und beharrlich wie es ihre Art ist und nicht vom Ziel abzubringen  .

1996 begann sie mit dem Aufbau der Kinder-Radiologie in Klagenfurt , 1997 wurde sie zur Fachärztin für Radiologie ernannt , von 1997 bis zu ihrer Pensionierung 2016 war sie verantwortliche Oberärztin für Kinder-Radiologie am Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie am LKH Klagenfurt.

Wenn man dies alles  berücksichtigt , kann man ermessen welchen großen Beitrag  Maria Sinzig  für die organisatorische und strukturelle Entwicklung der Kinder-Radiologie in Klagenfurt , in Österreich  und darüber hinaus, geleistet hat .

Sehr früh war sie auch international hervorragend vernetzt  und die fachliche und fachpolitische Wertschätzung , die sie auch international genoss fand ihren Ausdruck in der Berufung in den Vorstand der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie, dem sie mehrere Jahre angehörte . Die mitverantwortliche Tätigkeit im Führungsgremium  dieser  für den deutschsprachigen Raum wichtigsten und einzigen übernationalen  wissenschaftlichen  kinderradiologischen Gesellschaft  in fachpolitisch extrem schwierigen Zeiten , lässt erahnen wie groß  ihr Beitrag auch für die Weiterentwicklung der Kinder-Radiologie in Deutschland und im weitesten Sinne im deutschsprachigen Raum  war.

Ihre kinderradiologische nationale und internationale Vortragstätigkeit , ihre Prüfungstätigkeit für die Facharztprüfung in Österreich , die Zahl der verfassten Buchbeiträge  und ihre auch in Top-Journals publizierten Arbeiten sind beispielgebend .  Eine unter der Schirmherrschaft  des österreichischen Bundesministeriums  für Gesundheit verfasste Anleitung zur strahlensparenden Durchführung radiologischer Untersuchungen bei Kindern und Jugendlichen haben wir gemeinsam erarbeitet . Ich blicke noch gerne auf diese Zeit und die hervorragende  Zusammenarbeit  zurück .

An eigenverantwortlichen Kongressorganisationen möchte ich noch besonders hervorheben :  Die exzellente Organisation der  Jahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie im Jahre 2001 in Klagenfurt , gemeinsam mit dem leider viel zu früh verstorbenen , unermüdlichen Förderer der Kinder-Radiologie , Primarius Dr. Helge Haselbach , und  die Organisation der Jahrestagungen 2013 und  2014  der Arbeits – Gemeinschaft für  Kinder-Radiologie der Österreichischen Röntgen Gesellschaft  ebenfalls in Klagenfurt .

Bescheiden wie es ihre Art war haben wir erst gegen Ende ihrer kinderradiologischen Laufbahn  über ihre zweite Passion und ihr zweites großes Talent erfahren  : die Malerei . Sie war Mitglied des österreichischen Ärzte-Kunstvereins , ihre Werke wurden in Österreich , hier vorallem in Kärnten , aber auch in Deutschland , in Baden – Baden und Italien , in Toblach , ausgestellt . Sie erhielt das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich .

Lassen sie mich an dieser Stelle das Gesagte wie folgt zusammenfassen : Mit Blick auf das gesamthafte  kinderradiologische Lebenswerk  und auf ihre zutiefst  menschliche Haltung zum Wohle der ihr anvertrauten Kinder und Jugendlichen darf ich aus voller Überzeugung festhalten , Frau Dr. Maria Sinzig ist wahrlich eine würdige Trägerin dieses Ehrentitels in einer langen Reihe großer kinderradiologischer Persönlichkeiten .

Liebe Maria , ich gratuliere Dir auf das herzlichste zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie . Für mich persönlich war es eine besondere Ehre und Freude gerade diese Laudatio halten zu dürfen .

 Graz , 16. Oktober 2018

 Univ.- Prof. Dr. Richard  FOTTER