Interview

Neuer Name und erweiterte Indikationsfelder – Kinderradiologen geben neuen Bildgebungspass heraus

Die Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (GPR) hat in diesem Jahr gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) einen neuen Pass zur Dokumentation von bildgebender Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen herausgegeben. GPR- Vorstandsmitglied Dr. Andreas Leenen, Kinderradiologe am Wilhelmstift in Hamburg und Verantwortlicher der Neuauflage, erklärt die Hintergründe.


_Warum war eine Neuauflage des Passes notwendig geworden?

Dr. Andreas Leenen Am 31. Dezember 2018 trat eine neue Strahlenschutzverordnung in Kraft, die die bisherige Röntgenverordnung ablöste. Mit der Einführung dieser Verordnung entfiel die Verpflichtung für Kliniken und Arztpraxen zum Bereithalten und Anbieten eines Röntgenpasses. Die vom Bundesamt für Strahlenschutz ausgesprochene Empfehlung zur freiwilligen Dokumentation haben wir Kinderradiologen zum Anlass genommen, den bisherigen Röntgenpass für Kinder zu überarbeiten.

_Was unterscheidet den neuen Ausweis von der bisherigen Fassung?

Der wesentliche Unterschied ist, dass der neue Pass detaillierter alle für Kinder und Jugendliche wichtigen bildgebenden Verfahren erfasst. Neben dem konventionellen Röntgen und der CT-Diagnostik werden auch nuklearmedizinische Methoden und MRT-Untersuchungen mit Kontrastmittel berücksichtigt. Der neue Pass greift also weiter und heißt daher auch nicht mehr Röntgenpass, sondern Pass für Bildgebung im Kindes- und Jugendalter. Auf die Dokumentation von Ultraschall-Untersuchungen, der wichtigsten strahlenfreien Bildgebungsmodalität in der Kinder- und Jugendmedizin, haben wir allerdings aufgrund der Häufigkeit dieses Verfahrens verzichtet.

_Wer gibt den Pass heraus?

Der Pass für Bildgebung im Kindes- und Jugendalter kann von der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie gegen eine Schutzgebühr bezogen werden (siehe Infokasten). Wir freuen uns, dass auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) die Einführung des neuen Passes unterstützt. Unser Ziel ist es, dass alle wichtigen bildgebenden Untersuchungen bei Kindern und Jugendlichen lückenlos dokumentiert werden.

_Ist diese Art der Dokumentation aus kinderradiologischer Sicht ausreichend?

Dies wäre zunächst ein großer Schritt. Mit Blick auf die Nebenwirkungen und Ablagerungen von MRT-Kontrastmitteln wünschen wir uns als Kinderradiologen eine Dokumentation dieser Untersuchungen an zentraler Stelle, sinnvollerweise in Referenzzentren, die diese Daten wissenschaftlich auswerten können.

veröffentlicht am Mittwoch, 14. August 2019