PRESSEINFORMATION

Presseinformation zum FFF Kinderradiologie im Rahmen des DGKJ-Kongresses

Statement von Prof. Dr. Hans-Joachim Mentzel, Präsident der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie, zum Programmbeitrag Kinderradiologie auf der DGKJ-Jahrestagung 2021

Die Bildgebung und somit die Kinder- und Jugendradiologie ist integraler Bestandteil der konservativen und operativen Kinder- und Jugendmedizin. Es freut uns daher sehr, dass wir in diesem Jahr erneut einen kinderradiologischen Fortbildungstag im Programm des Kongresses für Kinder- und Jugendmedizin ausrichten und die Tagung am Mittwoch, 06.10.2021 mit einem Fit-für-den-Facharzt Kinderradiologie eröffnen dürfen.

Mit der thematischen Ausrichtung des Kurses orientieren wir uns an den Schwerpunktthemen des Kongresses Entzündung und Bewegung. Wesentliches Bildgebendes Verfahren ist hierfür die Ganzkörper-Magnetresonanztomografie (MRT), mit der Entzündungsvorgänge im gesamten Körper dargestellt werden können. Neben dem (noch) unverzichtbaren konventionellen Röntgen werden moderne Techniken der Computertomografie (CT) und deren gezielter Einsatz bei Kindern unter Berücksichtigung des Strahlenschutzes besprochen. Innovative Verfahren der Sonografie wie die Elastografie sind Gegenstand von Vorträgen. Fallbasiert werden Brennpunktthemen der Kindermedizin wie das akute Abdomen, typische Lungen- und Tumorerkrankungen aber auch die Schlaganfalldiagnostik bei Kindern dargestellt. Die Teilnehmer haben zudem die Möglichkeit, Ihre spannenden und ungelösten Fälle mitzubringen und sie mit den Experten zu diskutieren.

Das dritte Schwerpunktthema Digitalisierung ist wichtig für die Radiologie im Allgemeinen und im Speziellen in der Kinder- und Jugendradiologie. Alle bildgebenden Verfahren sind mittlerweile digital. Früher als vermutlich jede andere medizinische Disziplin beschäftigte sich die Radiologie mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz – etwa mit dem Ziel, Algorithmen zu entwickeln und zur  klinischen Anwendung zu bringen, die die diagnostische Genauigkeit erhöhen und die Kinderradiologen entlasten. Insbesondere neue Verfahren wie die Ganzkörper-MRT gehen mit einer wahren Bilderflut einher, die für den einzelnen Radiologen immer schwerer zu erfassen ist. Das Sammeln und spezifische Auswerten dieser Daten spielt mehr und mehr eine große Rolle bei den Orphan diseases, den seltenen Erkrankungen, die bei Kindern prozentual häufiger vorkommen und auch den Diagnostiker vor große Herausforderungen stellen.

Mit unserem Programm auf der Jahrestagung der Kinder- und Jugendmedizin sprechen wir unsere eigene Fachgruppe, die (jüngeren) Kinder- und Jugendradiolog:innen an, aber auch Allgemeinradiolog:innen, die ihre Kenntnisse auffrischen wollen. Wir freuen uns auf Ärztinnen und Ärzte aus allen Bereichen der Kinder- und Jugendmedizin, die vor ihrer Facharztprüfung noch einmal die typischen „Blickdiagnosen“ sehen wollen bzw. sich als gestandene Fachärzt:innen weiterbilden wollen.


Prof. Dr. Hans-Joachim Mentzel ist leitender Arzt der Sektion Kinderradiologie am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Jena. Seit 2016 ist Prof. Mentzel Präsident der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie e.V. Zu aktuellen Forschungsprojekten gehören u.a. MRT der prä- und postnatalen Entwicklung des ZNS, Ultraschall- und MRT-Techniken zur quantitativen Skelettbeurteilung und Altersschätzung, Kontrastmittelsonografie und Elastografie.

Berufs- und Wissenschaftspolitische Positionen

Entwicklung der Kinder- und Jugendradiologie – Strategiepapier des Vorstands der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (GPR e. V.), veröffentlicht in der RÖFO 2020:

https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/a-1103-2339